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NOKIA macht Schluß!
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CeeJay
Senior Mitglied
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Anmeldungsdatum: 13.08.2002
Wohnort: Spandau/Berlin

BeitragVerfasst am: 20 Jan 2008 20:31    Titel: NOKIA macht Schluß! Antworten mit Zitat

Nun ist es soweit!
Nokia schließt das letzte deutsche Handy-Werk und verlegt die Produktion nach Rumänien.
Es ist ja nicht so das die nur rote Zahlen erwirtschaftet haben.
Die hatten nur nicht einen so hohen Deckungsbeitrag.

Na ja, da werden wir wohl nichts gegen machen können!

Aber auf die zukünftigen Gewinne der Finnen haben wir schon Einfluß,
schließlich bauen ja auch andere Hersteller gute Geräte! ;-)
_________________
Der beste Beweis dafür, dass es anderswo im Universum intelligentes Leben gibt, ist der, daß noch keiner versucht hat, Kontakt mit uns aufzunehmen.

In diesem Sinne
-C-eeJay
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TheBastian
Mitglied
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Anmeldungsdatum: 20.09.2001
Wohnort: Tal, ahnungslos

BeitragVerfasst am: 21 Jan 2008 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Das Boykottieren von Produkten aus diesem Hause finde ich übrigens albern und lächerlich. Es stellt höchstens die Boykotteure in den Mittelpunkt, nicht aber die Angestellten, die bald ohne Arbeit sind.

Als vor 3 Jahren die Firma Philips LG in Aachen monatelang die Arbeitskräfte ohne Lohn vertröstete und letztendlich doch schloss, baute kein Politiker seinen LG-Brenner ausm PC aus und schmiss auch nicht seinen Philips-Fernseher ausm Fenster. Genauso wenig kann ich mich dran erinnern, dass öffentliche Personen ihre Siemens(-BenQ)-Handys in die Tonne trugen, als Ende 2006 in Bocholt Feierabend war.

Bin mal gespannt, was passiert, wenn Nokia im Jahre 2023 die Produktion von Rumänien zum Mond verlagert...
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Saletti
Senior Mitglied
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Anmeldungsdatum: 09.03.2001
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2008 01:19    Titel: Antworten mit Zitat

TheBastian hat folgendes geschrieben::
Das Boykottieren von Produkten aus diesem Hause finde ich übrigens albern und lächerlich.


Kann ich nicht finden. Ich boykottiere die Produkte aus diesem Hause schon seit 1998 weitgehendst. Smile

Aber mal im Ernst: Du hast völlig Recht. Diese Boykottaufrufe sind generell sinnlos. Diese Werksschließungen, die ja so ziemlich alle Branchen betreffen, sind die logische Folge einer langen Entwicklung.

Natürlich ist es ein schwerer Schlag für die x-tausend Beschäftigten, die jetzt auf der Straße stehen. Zumal in diesem Fall die betroffenen Werke wohl durchaus noch gute Gewinne abwarfen, anders, als das z. B. bei Siemens der Fall war. Aber jeder Beschäftigte ist auch Konsument und hat es damit zum großen Teil selbst in der Hand. Und gerade bei diesen Werkstor-Krakeelern, die gerade lautstark die Nokia-Führung zum Teufel wünschen, würde ich gern mal durch die Wohnung gehen um zu gucken, wie sie wirklich zum Thema "Made in Germany" stehen. Natürlich werden sie ein Nokia besitzen (wenn es nicht öffentlichkeitswirksam verbrannt wurde). Ob es ein Modell aus Deutschland war, ist auch schon wieder fraglich. Ansonsten wird es bei ihnen wahrscheinlich aussehen, wie in den meisten deutschen Haushalten: von der Unterhaltungselektronik im Wohnzimmer über die Küchenausstattung, Computer bis hin zum Inhalt der Kleiderschränke wird das meiste aus Asien oder Osteuropa kommen. Die Schränke nicht. Die kommen aus Schweden.

Angefangen hat alles wohl in den 60er Jahren mit Kameras, die in Japan in erstaunlicher Qualität zu einem konkurrenzlos günstigen Preis hergestellt wurden. Dann kamen Motorräder und Anfang der 80er schließlich auch Autos mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis von dort. Ungefähr zu der Zeit drängten dann auch die ersten Geräte der Unterhaltungselektronik auf den Markt. Uns spätestens seit Mitte der 80er haben wir angefangen, konsequent nach Preis einzukaufen. In diese Zeit fiel der Aufstieg von Aldi (die zwar durchaus deutsche Produkte verkaufen, aber ganz konsequent an Personalkosten sparen, wo es nur geht). Lange, bevor Saturn seinen unsäglichen Slogan "Geiz ist geil" formulierte.

Jeder Einkauf ist sozusagen eine Abstimmung. Mit der Wahl eines Produktes teile ich dem Handel und den Herstellern mit, worauf es mir als Kunde ankommt. Und den meisten Kunden kommt es zwar durchaus auf eine vernünftige Qualität an, wichtiger ist jedoch der Preis und absolut uninteressant der Ort der Herstellung. Und wenn wir Kunden der Industrie 20 Jahre lang immer wieder entgegenschleudern "wir wollen kein 'Made in Germany'", dann wird das irgendwann auch der dämlichste Manager kapieren. Oder auch nicht. Dann hält er seinem (möglicherweise seit mehr als 100 Jahren) angestammten Produktionsstandort die Treue. Womöglich begreift er "Made in Germany" sogar als Qualitätssiegel. Dann gerät seine Firma in finanzielle Schwierigkeiten und wird übernommen oder meldet Insolvenz an. In diesem Zusammenhang sei an einst klangvolle Namen der deutschen Unterhaltungselektronik erinnert: Telefunken, Grundig, Dual ... die Liste ließe sich fortsetzen.

Es ist nun einfach mal teurer, in Deutschland zu produzieren. Weil Arbeitskraft in Deutschland teuer ist. Dies wiederum liegt an den Annehmlichkeiten, die wohl niemand von uns missen will: Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung, 5 Wochen Urlaub im Jahr, 37-Stunden-Woche, bezahlte Feiertage, gesetzlich geregelte Überstundenvergütungen u. v. m. Wenn wir Deutschen nicht bereit sind, für diese Errungenschaften einen Mehrpreis im Laden in Kauf zu nehmen, warum sollten das dann Amerikaner tun?

Der deutsche Konsument jedenfalls hat einen wichtigen Sieg errungen. Künftig kann er sich bedenkenlos irgendein Handy aus dem Regal aussuchen, ohne dabei Gefahr zu laufen, eines "Made in Germany" angedreht zu bekommen. Diese Spezies ist (endlich?) ausgestorben.
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CeeJay
Senior Mitglied
Senior Mitglied


Anmeldungsdatum: 13.08.2002
Wohnort: Spandau/Berlin

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2008 07:00    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank euch Beiden,

ich dachte schon es reagiert niemand auf meinen Thread.
Aber es kam ein toller Dialog zustande - Super!

Mal sehen wen es als nächstes erwischt.
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-C-eeJay


Zuletzt bearbeitet von CeeJay am 23 Jan 2008 06:41, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Merlin
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Anmeldungsdatum: 19.01.2001

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2008 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

TheBastian hat folgendes geschrieben::
Das Boykottieren von Produkten aus diesem Hause finde ich übrigens albern und lächerlich. Es stellt höchstens die Boykotteure in den Mittelpunkt, nicht aber die Angestellten, die bald ohne Arbeit sind.


Nun, das ist zwar so formal korrekt, aber die Angestellten bei Nokia Deutschland werden so oder so arbeitslos. Einzig der Firma kann der deutsche Verbraucher einen Denkzettel verpassen, indem die Umsatzzahlen in Deutschland rückläufig werden.

Von daher halte ich einen Boykott für kein schlechtes Mittel.

Eine Vernichtung von bereits bezahlten Nokia-Geräten halte ich dagegen für reinen Aktionismus und ohne Effekt, außer dass die Handys wohl ersetzt werden müssen und damit dann ein anderer Hersteller seinen Gewinn macht.

Ansonsten zeigt dieser Schritt Nokias, dass diese ganze Subventioniererei abgeschafft gehört. Sogar für das Werk in Rumänien zahlen wir Deutschen ja durch die EU wieder mit. Das ist, gelinde gesagt, Irrsinn.

Auf jeden Fall kann man sich jetzt schon mal auf noch schlechtere Qualität bei Nokia einstellen, denn die Endkontrolle wird in Rumänien sicher noch schlampiger durchgeführt werden, als es jetzt bereits üblich ist.
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Legoman
Senior Mitglied
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Anmeldungsdatum: 21.01.2001
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 22 Jan 2008 15:17    Titel: Antworten mit Zitat

Solange der Verbraucher den billigsten Preis will, werden die Betriebswirte die billigste Produktionsmethode finden. Nokia verlagert die Produktion - und andere karren Schrimps zum pulen quer durch Europa - weil es einfach mal hochgerechnet ein paar Euro spart.
Btw: Die Rumänen freuen sich schon - und so sorgt Nokia doch auch ein wenig für den Aufschwung des EU-Neulings...
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Mathy
Mitglied
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Anmeldungsdatum: 19.12.2005

BeitragVerfasst am: 31 Jan 2008 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute

Merlin hat folgendes geschrieben::
Ansonsten zeigt dieser Schritt Nokias, dass diese ganze Subventioniererei abgeschafft gehört.


Das wird warscheinlich nicht passieren. Wie willst Du alle Länder der Welt und alle Schwerreiche der Welt überzeugen, sie sollen sowas in Zukunft nicht mehr machen?

Nokia boycottieren macht kein Sinn. Dann sollte man auch die Firmen boycottieren, die nie ein Werk geöffnet haben in Deutschland.

Tschüß

Mathy
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Merlin
Senior Mitglied
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Anmeldungsdatum: 19.01.2001

BeitragVerfasst am: 02 Feb 2008 10:48    Titel: Antworten mit Zitat

Mathy hat folgendes geschrieben::

Nokia boycottieren macht kein Sinn. Dann sollte man auch die Firmen boycottieren, die nie ein Werk geöffnet haben in Deutschland.


Das eine hat nur mit dem anderen nichts zu tun. Nokia hat *hier* massiv Subventionen abgegriffen und wollen nun *weitere* Subventionen abgreifen, nichts anderes.

Mit "mangelnder Produktivität" hat die Schliessung ja auch nichts zu tun, wie überall zu lesen ist, sondern nur mit der Tatsache, dass in Rumänien neue EU-Sub´s fliessen.

In fünf Jahren wird Nokia dann ein neues Werk in China eröffnen, da China dann Subventionen zahlen wird. Die Leute in Rumänien werden alle wieder arbeitslos.

Sowas gehört bestraft, denn eine Firma hat auch eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die für sie arbeiten. Aber anscheinend gehört das heutzutage nicht mehr zum "guten Ton".

Ich jedenfalls werde mir kein Nokia mehr kaufen.
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Mathy
Mitglied
Mitglied


Anmeldungsdatum: 19.12.2005

BeitragVerfasst am: 02 Feb 2008 22:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Merlin

Merlin hat folgendes geschrieben::
Nokia hat *hier* massiv Subventionen abgegriffen und wollen nun *weitere* Subventionen abgreifen, nichts anderes.


Vielleicht werden die Politiker irgendwann lernen, die Bedingungen so auf zu stellen, dass sowas nicht mehr passiert. Man müßte es doch irgendwie hinkriegen können, dass daran auch einen "Ihr bleibt mindestens x Jahre, sonst wird Betrag y zurückgefordert" Paragraphen hinzu gefügt wird.

Tschüß

Mathy
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posti
Administrator
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Anmeldungsdatum: 27.01.2001

BeitragVerfasst am: 02 Feb 2008 23:08    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, da klafft wohl eine "kleine" Lücke" zwischen Politik und freier Marktwirtschaft.
Wenn ein Unternehmer seine Firma so führen würde wie unsere Politiker das Land regieren dann wäre er in kürzester Zeit pleite (was wir schon sind aber nicht wahr haben wollen).
Ein kluger Kopf nimmt sich was er bekommen kann, ohne Angst vor Konsequenzen. Firmen regeln das ja teilweise recht banal untereinander, wie z.B. ich zahle dir das wenn du diese Leistung bringst, bringst du diese Leistung nicht bekomme ich meine Leistung zurück und du zahlst Summe X. Einfach aber wirksam. In der Politik zahlt man, nur ohne eine Leistung einzufordern bzw. die Leistung nicht nachzuverfolgen.

Nokia hatte mal eine Beschäftigungsgarantie gegeben die, laut Presse, zum heutigen Zeitpunkt auch nicht erfüllt wurde. Werden da die Gelder zurück gefordert?

Boykott oder andere Maßnahmen aus dem "Volk" haben nur dann Sinn wenn ein Großteil sich daran beteiligt und es macht sogar Sinn sein vorhandenes Nokia in die Tonne zu kloppen wenn man sich als Ersatz ein anderes Handy kauft um somit die Marktanteile der Konkurrenz zu stärken.

Um das Thema Subventionen aufzugreifen - auch in finde Subventionen nicht richtig. Nehmen wir mal die Handysubventionen, auch da ist es ja nicht anders. Da bekommt man, um bei Nokia zu bleiben, ein N95 (regulärer Marktwert 500 - 550 €) für 1.-€ mit einem 9,95 Tarif. Nachgerechnet bedeutet das:
263,75€ gezahlt und einen Gegenwert von 550€ erhalten.

Warum? Warum zahle ich für einen Kunden 286€? Nur um ihn als Kunden zu haben? In der Hoffnung dass er nicht kündigt, das er telefoniert wie ein Weltmeister oder das er ein super treuer Premium Kunde wird?
Sicherlich ist das jetzt recht platt als Beispiel denn es spielen ja noch einige Faktoren, wie Börsenwert etc., eine Rolle aber die Vergangenheit zeigt dass Provider die extrem subventioniert haben alle samt aufgekauft wurden.
_________________
ciao
posti
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Legoman
Senior Mitglied
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Anmeldungsdatum: 21.01.2001
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 03 Feb 2008 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

posti hat folgendes geschrieben::
Wenn ein Unternehmer seine Firma so führen würde wie unsere Politiker das Land regieren dann wäre er in kürzester Zeit pleite (was wir schon sind aber nicht wahr haben wollen).
Nun ja, ganz so pleite ist Deutschland nicht. Wir haben immer noch ne gut funktionierende Wirtschaft und einen sehr guten Stand in der Weltwirtschaft. Problematisch ist nur der viel zu hohe Anteil Sozialtransfers an den Gesamtausgaben des Bundes. Langfristig machen uns also die vielen Arbeitslosen und vor allem die Sozialschmarotzer kaputt. Der Wirtschaft dagegen gehts blendend.
_________________
...wie auch immer
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Sternenfee
Administratorin
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Anmeldungsdatum: 11.01.2001
Wohnort: NRW, 40882 Ratingen

BeitragVerfasst am: 11 Feb 2008 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

ja und nun ist das neue Nokiawerk auch in Produktion.

"Made in Germany" gibt es das überhaupt noch? Wenn ich mir mal die Produkte deutscher Firmen anschaue, steht meistens "Made in Taiwan, China" oder ähnlich asiatisches im Kleingedruckten. Von da her ist es doch ok wenn "Made in Rumänien" aufgedruckt ist. Das ist immerhin noch Europa. Wink

Ausserdem, muß im Zeitalter der Globalisierung noch "Made in Germany" draufstehen? Die Produktion in Deutschland ist einfach zu teuer und wenn ich mir so überlege, kaufe ich häufig Produkte, die nicht in Deutschland produziert wurden....eben weil sie günstiger sind.

Vielleicht sollte die EU ein neues Sigel einführen: "Made in Europe" Wink

PS: Hat nicht Motorola vor einiger Zeit die letzte Produktionsstätte in Deutschland geschlossen? Hat das in ÄDeutschland die Verkaufszahlen gemindert?
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mit Gruß
Christiana
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Saletti
Senior Mitglied
Senior Mitglied


Anmeldungsdatum: 09.03.2001
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 12 Feb 2008 02:34    Titel: Antworten mit Zitat

Sternenfee hat folgendes geschrieben::

Ausserdem, muß im Zeitalter der Globalisierung noch "Made in Germany" draufstehen? Die Produktion in Deutschland ist einfach zu teuer und wenn ich mir so überlege, kaufe ich häufig Produkte, die nicht in Deutschland produziert wurden....eben weil sie günstiger sind.

Vielleicht sollte die EU ein neues Sigel einführen: "Made in Europe" Wink


Natürlich muß nicht "Made in Germany" draufstehen. Tut es bei sehr vielen Produkten ja auch nicht mehr, weil sie eben nicht hier hergestellt werden.

Aber vielleicht sollte man, so hart das klingt, die medienwirksamen Einzelschicksale der Nokiabeschäftigten außer Acht lassen und etwas weiter sehen. Ich meine, daß bei Nokia selber und bei Zulieferern ca. 4000 Jobs weggefallen sind. Diese 4000 Leute haben von gleich auf jetzt wesentlich weniger Einkommen und müssen sparen wo sie können. Sie kaufen also weniger ein und vor allem billigere Produkte. An "Made in Germany" ist schon mal gleich gar nicht zu denken. Und die Läden in der Gegend machen weniger Umsatz. Dadurch geraten weitere Arbeitskräfte in Gefahr. Das ganze ist also eine Schraube.

Jeder Arbeitslose mehr bedeutet auch mehr Belastung für die Kasse der Arbeitslosenversicherung. Wenn dadurch die Beiträge erhöht werden müssen, steigen die Lohnkosten noch weiter und "Made in Germany" wird noch unrentabler. Die nächste Schraube.

Prinzipiell ist jeder, der in Deutschland als Arbeitnehmer etwas produziert oder eine Dienstleistung anbietet, darauf angewiesen, daß es jemanden gibt, der diese Leistung bezahlen kann und will.
Die Rumänen werden kaum anfangen, Produkte made in Germany zu kaufen. Dazu verdienen sie zu wenig. Die Länder, die ein entsprechendes Lohnniveau haben, um unsere Produkte bezahlen zu können, haben in der Regel selbst die Industrie, um benötigte Produkte herzustellen (und in vielen Fällen auch den Lokalpatriotismus, dies auch zu tun. Der fehlt uns in D völlig). Dort können wir dann höchstens noch Luxusartikel verkaufen, bei denen das Siegel "Made in Germany" wirklich noch etwas zählt. Damit erreichen wir aber nicht die Stückzahlen, um ein ganzes Volk in Lohn und Brot zu bringen.
Letzten Endes müssen wir einen Großteil der hier produzierten Waren auch hierzulande an den Käufer bringen. Wenn der Großteil der Käufer aber bewußt oder gedankenlos billigere ausländische Produkte kauft, gelingt dies nicht. Dann wird über kurz oder lang die Produktion eingestellt werden müssen.

Überspitzt formuliert: Der meisten deutschen Konsumenten sind gleichzeitig auch Arbeitnehmer in Deutschland. Trotzdem führen diese Konsumenten einen erbitterten Vernichtungsfeldzug gegen deutsche Arbeitnehmer. Logisch ist das nicht. Aber die Vulkanier werden uns eh nie verstehen.
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bakaroo
Mitglied
Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.09.2001
Wohnort: Brandenburg

BeitragVerfasst am: 16 Feb 2008 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Das Nokia das Bochumer Werk dichtmachen wird, war für mich eigentlich seit Jahren vorauszusehen. Selbst Siemens hat in KampLintfort nur die neuen Geräte produziert, bis die Technologie geklappt hat. Dann gings nach Ungarn zu Flextronics. Auch Nokia hat kurze Zeit später diesen Weg beschritten, Samsung gleich von Anfang an (zuzügl. Slowakei?). Nokia Polen hat es mit Kürzungen schon vorher erwischt, sie konnten sich noch in die NokiaRepairFactories von Avarto retten.
Daß es so lange gedauert hat, liegt IMHO an der Zusammenarbeit mit den Auftragsfertigern: Wer von uns kennt nicht die zuverlässigen Siemens S45 und ME45 erster Generation und den Schrott aus Ungarn mit der Bezeichnung "ME45 Step2" auf dem Seriennummeraufkleber?
Das schreckte sowohl Nokia als auch Motorola ab. Nokia baute damals das 6310 weiter in Bochum, während Geräte wie 3310 von Flextronics gefertigt wurden. Auch Motorola blieb in Flensburg, gab aber andere Kompetenzen nach außen. In der Branche waren die deutschen Fertigungsstätten als qualitativ hochwertig angesehen mit sehr gut ausgebildeten und kompetenten Personal.
Als dann das ganze in Osteuropa immer zuverlässiger wurde (schließlich lief die Auftragsfertigung bei Flextronics Finnland ja hervorragend), wurde Bochum wohl immer mehr aus dem internen Wettbewerb gedrängt.
Fies ist natürlich die Ex-und-Hopp-Masche von Nokia. Da war ja BenqSiemens noch belegschaftsfreundlich - schließlich wußte man definitiv schon ein paar Wochen zuvor, wohin die Reise geht.
Demgegenüber geht es Nokia aber nicht um das ziehen der Notbremse, weil Bochum zuviel Geld kostet. Nokia rechnet einfach wie ein Milchmädchen: Wenn ich eine Fabrik in RU baue, bekomm ich Geld von der EU, und eine bessere Marge, da billigere Arbeitskräfte (die allerdings noch auszubilden sind)
Hier hat definitv die Politik versagt: Wieso kann es sich für ein Konzern unterm Strich lohnen, Subventionsheuschrecke zu spielen? Jeder VWLer im ersten Semester sollte das beim Aushandeln der Subventionsverträge hinbekommen.
Stellt sich die Frage: Was haben sich die EU-Politiker dabei gedacht? grrr... Oder besser: Wer hat ihnen bei der Entscheidungsfindung (finanziell) geholfen?

Das wir an einigen Punkten ausländische Produkte den deutschen vorziehen, funktioniert auch umgekehrt: Wird sind z.B. ein Land mit einem Exportüberschuß, d.h. wir verkaufen mehr deutsche Ware im Ausland, als wir Ware von außen hier einführen. Viele Länder belegen zum schutz der eigenen Wirtschaft deshalb Waren mit Zöllen, und dagegen gibt es für den Ausländischen Hersteller nur ein Mittel: die Produktion innerhalb dieses Landes. einParadebeispiel gibt es z.B. im Automobilbau: In Japan gebaute Autos werden in den USA mit hohen Strafzöllen und Einfuhrlimits belegt. Doch trotzdem verkaufte Honda sein Mittelklassemodell Accord wie warme Semmeln (9x hintereinander meißtverkaufter seiner Klasse). Heute stehen in den USA 6 Hondawerke, wobei in 2 Werken der Accord von US-Amerikanern für die USA und Kanada gebaut wird.
Genauso ist es in DE. Nokia baute hier ein Werk und siedelt es jetzt an anderer Stelle innerhalb des EU-Wirtschaftsraums an.
Das einzige Problem, das ich sehe, ist diese nackte kurzsichtige von Zahlen geprägte Art, die Nokia an den Tag legt. Ich hoffe nur, das die NRW-Landesregierung hier die entsprechenden Subventionen zurückfordert und diese Rückforderung + den Kosten für den Sozialplan das Ganze für Nokia so teuer werden wird, daß sie sich das beim nächsten mal dreimal überlegen.
Auf der anderen Seite ist es natürlich ein Schicksalsschlag für die 2300 Angestellten. Aber man kann darin auch eine Chance sehen: es gibt heute auf dem Handymarkt genug Nischen, um ganze Produktpaletten an eigene Geräte anbieten zu können: Emporia aus Österreich mit seinem Seniorenhandy z.b. oder wasserdichte Telefone, oder die Berliner GSMK mit ihren Cryptotelefonen....
Die beste Möglichkeit zum Boykott wäre die Arbeit bei einem dieser Anbieter und somit die Stärkung der Konkurrenz: Nichts muß ein Manager eines Konzerns mehr fürchten, als wenn er durch eigenes Handeln an den eigenen Statistiken sieht, daß die Konkurrenz Marktanteile gutmacht. Ein sicheres Zeichen für einen baldigen Rauswurf Grins

Gruß
Bakaroo
P.S: Wer jetzt bis hier unten gelesen hat, darf sich jetzt eine schöne Tasse Kaffe gönnen Smile
_________________
Vorsicht in dem Zoo da draussen.
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Merlin
Senior Mitglied
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Anmeldungsdatum: 19.01.2001

BeitragVerfasst am: 17 Feb 2008 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

bakaroo hat folgendes geschrieben::
Nichts muß ein Manager eines Konzerns mehr fürchten, als wenn er durch eigenes Handeln an den eigenen Statistiken sieht, daß die Konkurrenz Marktanteile gutmacht. Ein sicheres Zeichen für einen baldigen Rauswurf Grins


Wenn da sich nicht Theorie und Praxis völlig widersprechen würden, denn in der heutigen Zeit kann ein Manager völlig ruinöse Fehlentscheidungen treffen und wird trotzdem noch mit einer Millionenabfindung "belohnt".

Von daher ist es den Managern absolut egal, was mit der Firma wird. Hauptsache den eigenen 5-Jahres-Vertrag wohl dotiert geniessen und sich dann auch noch über einen goldenen Arschtritt freuen.

Da läuft also grundsätzlich was falsch.
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